Erkenntnisse

You are currently viewing Erkenntnisse

Die EM 2020 wird in die Geschichte eingehen.

Nein, nicht weil sie so gute Spiele hervorgebracht hat oder neue Stars, die vorher keiner kannte bzw. auf dem Radar hatte.

Sondern weil die EM 2020 erst im Jahr 2021 gespielt wurde. 

Aber trotzdem lassen sich aus der EM schon vor dem Finale  (dieser Artikel entstand kurz vorher) Erkenntnisse ableiten.

System

Ich habe ja schon oft darüber geschrieben, wie wichtig optimale standardisierte Abläufe sind. Unverzichtbar.

Kurz vor der EM nochmal schnell neue Spieler einbauen bzw. zurückholen oder von 4er auf 3er Kette wechseln ist ebenso zum Scheitern verurteilt, wie seine besten Spieler auf falschen Positionen spielen zu lassen.

Warum? 

Weil es nicht LEAN ist. Es schleichen sich Fehler ein, die Prozesse greifen nicht, die Laufwege sind nicht abgestimmt und optimiert. Die typischen Verschwendungsarten. Muss man für den Erfolg vermeiden bzw. reduzieren.

Die EM hat gezeigt, dass Experimente wie ohne richtigen 6er zu spielen nichts bringen. Den besten Spieler für diese Position auf rechts zu stellen ging nicht auf. 

Frankreich scheiterte doch hauptsächlich  daran, dass das Mannschaftsgefüge durch die Rückholaktionen nicht stimmte  und Systemwechsel von 4er auf 3er Kette im Viertelfinale diese verwirrte.

Stürmer

Fußballspiele gewinnt man durch Tore. Wer sie schießt ist egal. Richtig. Aber wenn ich keine richtigen Mittelstürmer habe,  läuft mein Prozess nicht. 

Der Mittelstürmer ist nicht nur dafür da, Tore zu erzielen, sondern auch, den Ball zu halten, abzulegen, rückzuerobern und die Aufmerksamkeit der generischen Abwehrspieler auf ihn zu ziehen. 

Ich will die Vergangenheit nicht zu sehr verherrlichen, aber es gab mal die Zeit, als eine Mannschaft zwei Mittelstürmer hatte. Wie aktuell England und Italien. Nicht umsonst stehen sie im Finale.

Deutschland dagegen hatte gar keinen vorne drin. Das Ergebnis ist bekannt. 2014 hatte man noch einen. Die Folge: WM-Titel.

Abwehr und Zweikämpfe

Neben einem richtigen Stürmer braucht man eine gute Abwehr. Egal wie alt die Spieler sind. Es gibt nur gut oder schlecht. Zweikämpfe müssen sie gewinnen. Aber dazu muss man sich trauen welche zu führen.

Italien tat sich genau deswegen doch gegen Österreich so schwer. Weil sie mit der aggressiven mannorientierten Spielweise nichts anfangen konnten. 

Leider ist durch jahrelanges Lehren der Raumdeckung dies komplett vorhanden gekommen. 

Ich bin mir sicher, dass die Manndeckung und Zweikämpfe in den nächsten Jahren wieder massiv an Bedeutung gewinnen werden.

Fazit

Die drei oben genannten Erkenntnisse sind nicht neu. 

Aber LEAN.

Ich freue mich schon auf die WM 2022.

Schreibe einen Kommentar