A LEAN Story

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Vier Niederlagen…

In Folge…

Verletzte ohne Ende…

Druck…

Stress…

Schmerzen…

Er musste reagieren…

Guter Rat war teuer…

Der neue Trainer hatte nicht den Erfolg gebracht. Den sich der Manager versprochen hatte. Obwohl der Coach bzw. der geschasste alles mit brachte was es zum Erfolg benötigt.

Neue erfahrene Spieler wurden verpflichtet.

Alphatiere, die voran gehen wenn es nicht läuft… jedenfalls bei ihren alten Vereinen,

Der neue Coach hielt noch extra ein Lauftrainingslager. Dreimal am Tag trainieren. Wir laufen alles in Grund und Boden.

Aber jetzt saß er allein in seinem Büro. 

Die Presse hatte auch seinen Rücktritt gefordert.

Weg mit dem Versager. Kann eh nix.

Es war schon spät, 0:41 Uhr. Seine Augen klappten immer wieder nach unten und seine Konzentration ließ immer weiter nach.

Wir sind eigentlich mit dir zufrieden. Aber der öffentliche Druck. 

Wir müssen reagieren.

Du bist nicht mehr tragbar. 

Er sah sich um. Vor ihm saß der Vorstandsvorsitzende. Aber wo war der Trainer. 

Nicht da. Normalerweise entlässt er doch. 

Komisch. 

Was ist hier los?

Plötzlich klopfte es an der Tür…

Verschwommen weil schlaftrunken sah er eine Gestalt. Rot gekleidet. Darüber ein Stern, einen hell scheinenden Stern, der ihm das Sehen fast unmöglich macht.

Der Fremde murmelte irgendetwas: … n… stern…. Ordster….

Der Manager versuchte sich zu konzentrieren, konnte es aber nicht entschlüsseln. Was meinte der Fremde?

Nordstern?!?!?! Der Kompass des Seefahrer, der ihnen den Weg ins Ziel deutete?

Er war eingenickt. Vom Alptraum seiner Entlassung hin zu einer Anweisung eines ihm Unbekannten.

Er dachte nach…

Und er verstand.

Er brauchte eine Philosophie, mit der sich nur der Trainer oder jeder einzelne Spieler sondern auch das Management, der Verein, ja sogar die Fans identifizieren.

Nur dann könne er den vom Kurs abgekommen Tanker wieder auf Spur. Auf die Spur zum Nordstern. Titel. National und international

Aber gibt es das?

„Nein, der Verein wird niemals in der Champions League spielen.

Die Schere ist schon zu weit auseinander.

Die europäischen Top-Clubs nicht mal mehr mit dem Fernglas zu sehen. Vergiss es.

Nimm die Abfindung und verschwinde.“

Doch er hörte nicht auf seinen inneren Schweinehund, der ihm riet in seiner Komfortzone zu bleiben. Sondern begann zu arbeiten. Hart arbeiten.

Gleich am nächsten Tag rief er seine engsten Mitarbeiter zusammen. Und erklärte ihnen was jetzt zu tun sei.

Ist-Analyse:

Wo stehen wir?

Was können wir?

Was läuft gut bzw. ist verbesserungswürdig?

Innerhalb kurzer Zeit waren seine Mitarbeiter Feuer und Flamme. Endlich wurden sie nach ihrer Meinung gefragt. Jemand hörte ihnen zu.

Die Ideen sprudelten…

Die Trainerfrage war aber das wichtigste. Normalerweise hätte man geschaut, wer am Markt erhältlich wäre.

Großer Name, große Erfahrung, große Erfolge.

Doch diesmal war es anders.

Die Ist-Analyse hatte ergeben, wo die Stärken und Schwächen des Teams und jedes einzelnen Spielers liegen.

Und darauf wurde reagiert…

Und plötzlich wurde ein Trainer verpflichtet, den niemand auf der Rechnung hatte. Relativ unbekannt. Nur 2. Liga.

Die Presse und Öffentlichkeit zerriß ihn.

Aber er blieb ruhig. Stoisch arbeitend.

Er hatte eine Philosophie.

Sie hatten nach der Ist-Analyse nicht aufgehört, wie viele andere, sondern den Soll-Zustand definiert.

Wo wollen wir hin?

Und auch Verbesserungsmaßnahmen definiert. Wer erledigt was bis wann.

Kleine Schritte zum großen Ziel.

Nordstern.

Als der Manager in der Kabine das Ziel, die Philosophie und die Vorgehensweise der Mannschaft erklärte, konnte man sprichwörtlich die Nadel fallen hören.

Noch nie hatte jemand den Spielern erklärt, was das Management will, wie es um den Verein steht, welche Philosophie verfolgt wird.

Am meisten staunten die Kicker aber, als man ihnen den Nordstern erklärte. Das hatte noch nie jemand gemacht.

Bis heute hieß es nur, Klappe halten und gewinnen.

Aber diesmal war es anders.

Und alle gingen plötzlich begeistert ans Werk.

Der neue Trainer fing an das Spielsystem zu perfektionieren.

Täglich. Kontinuierlich. Beständig.

Kein Zufall oder Halbwissen. Sondern Zahlen, Daten, Fakten.

Sie zeigten die Schwächen und Stärken der eigenen Mannschaft sowie des Gegners auf.  Dadurch wurde  ein ideale Taktik entworfen.

Und jeden Tag daran gearbeitet ihn zu erreichen.

Sie hatten jetzt ein Board in der Kabine.

In der Heiligen Kabine. Früher undenkbar. Aber alle liebten es.

Jeder im Team wußte jetzt, welches Tagesziel sie hatten, was zu tun war, welche Ideen jeder einzelne hatte.

Es wurde sachlich diskutiert. Einander geholfen. Gemeinsam verbessert. Jeder wurde mitgenommen.

Alle waren stolz endlich ein Team zu sein.

Wie durch ein Wunder wurden abgeschriebene Ersatzspieler zu echten Alternativen.

Zeigten ihr Können. Irgendwie logisch, schließlich wurden sie jetzt endlich mitgenommen.

Nicht mehr links liegen gelassen.

Sondern ein  funktionierendes Mitglied im System.

Im standardisierten System. 

Plötzlich wurden auch die Managementsitzungen lustig.

Es wurde nicht gegeneinander gearbeitet sondern miteinander.

Vor jeder Besprechung wurde das Ziel der heutgen Sitzung ausgegeben. Dadurch wurde gemessen, wie effektiv die Zusammenkünfte waren.

Die Verhaltensweise der Top-Führungsebene  färbte auch auf die restlichen Mitarbeiter im Verein ab.

Man vertraute und schätzte sich plötzlich.

Jeder wusste plötzlich welchen Nordstern alle zusammen gemeinsam erreichen wollen.

Von den  Physiotherapeuten über den Teammanager bis hin zum Greenkeeper fand ein Veränderung statt.

Eine Veränderung zum Guten.

Es funktionierte.

Aber wo anders auch?

Das wird schwierig, so dachte der Manager.

Ganzheitlich. Das bedeutet auch die Fans und Zuschauer mitzunehmen. Niemanden vergessen.

Er hatte die Vorsitzenden der Fansclubs, ja sogar der Ultras eingeladen um ihnen die neue Philosophie zu erklären.

Nervös begann er zu sprechen…

Aber im Laufe der Gespräche merkte er, dass die Fans positiv darauf reagierten.

Es zeigte sich einmal mehr, dass fachfremde Teilnehmer einen ganz anderen Hintergrund haben, aber viele Vorschläge hervorragend waren.

Vorgetragen als konstruktives Feedback konnte sich vieles davon leicht und schnell umsetzen.

Kontinuierlich wurde kleine Dinge verbessert.

Die Fans waren begeistert.

Und es geschah …

Plötzlich herrschte ein ganz andere Stimmung im Stadion.

Kein Motzen und schimpfen a la „Scheiß Millionäre“ sondern Unterstützung auch wenn nicht sofort alles klappte.

Es setzte sich die Erkenntnis durch, dass jeder einzelne am Gesamterfolg mitwirken konnte.

Der Changeprozess war in vollem Gange.

Am nächsten Spieltag ließ er seine Gedanken schweifen und blickte gen Himmel. Die Sterne strahlen, es war eine wunderbare kalte Nacht.

Gerade wurde den ärgsten Konkurrenten um den Platz an der Spitze deutlich besiegt.

Vor einem halben Jahr war er kurz vorm aufgeben.

Die Presse zerriss sich über ihn.

Zu jung, zu unerfahren, kein Ahnung… es war noch das harmloseste.

Im Mai dem Abstieg entgangen – letztendlich souverän mit 5 Siegen in 6 Spielen – und heute am letzen Spieltag der Hinrunde grüßte man von oben.

Ein kompletter Change war geschehen. So einfach?

Die Sterne strahlen. Mit Tränen der Freude sah er nach oben.

Er sah es klar und deutlich …

 

… und es wurde LEAN.

 

 

 

 

 

 

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